Angesichts wachsender internationaler Bedrohungen hat die Bundeswehr erstmals … Militär Strategie. Sie definiert die zukünftige strategische Ausrichtung der Streitkräfte. Deutschland und analysiert, wie die Bundeswehr potenziellen Bedrohungen begegnen kann.
„Selten war eine Militärstrategie so notwendig wie in dieser historischen Phase“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei der Vorstellung der Strategie in Berlin. Die Welt sei seitdem unberechenbarer und zugleich gefährlicher geworden. Rusija Er hat einen Krieg gegen die Ukraine begonnen. Die internationale Rechtsordnung, so der deutsche Minister weiter, wird weithin in Frage gestellt. schreibt DW.
Russische Bedrohung
Die Militärstrategie beschreibt Russland als „die größte und unmittelbarste Bedrohung in absehbarer Zeit“ für die deutsche und transatlantische Sicherheit. „Russland schafft die Voraussetzungen für einen militärischen Angriff auf NATO-Staaten.“
Anschließend wird analysiert, wie die Bundeswehr auf denkbare Kriegsszenarien reagieren sollte – beispielsweise im Falle eines russischen Angriffs auf das Territorium. NATODiese Informationen sind vertraulich. „Es versteht sich von selbst, dass wir diese Szenarien nicht veröffentlichen können. Sonst könnten wir Wladimir Putin noch in unsere E-Mail-Liste aufnehmen“, betonte Boris Pistorius.
Das Personal spielt eine Schlüsselrolle. Die Militärstrategie bestätigt das bereits bekannte Ziel der Bundeswehr – einen deutlichen Ausbau. Bis Mitte der 2030er-Jahre sollen insgesamt 460.000 Soldaten zur Verfügung stehen, davon 200.000 in Reserve. Ziel ist es, die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee Europas auszubauen – mit schnellstmöglichem Wachstum bis 2029, um die Verteidigungsbereitschaft zu erhöhen.
Hintergrund all dessen sind die gestiegenen Anforderungen der NATO an ihre Mitglieder im Bereich der kollektiven Verteidigung. Die Rekrutierung neuer Mitarbeiter sei die größte Herausforderung, räumte Pistorius bereits im November auf der Bundeswehrkonferenz ein.
Mehr Soldaten durch ein neues Rekrutierungssystem?
Dank intensiver Rekrutierungsbemühungen wächst die Bundeswehr zwar, aber langsam. Ende März zählte die Armee rund 185.400 aktive Soldaten, 3.300 mehr als im März des Vorjahres.
Der deutsche Minister setzt große Erwartungen in das Anfang des Jahres eingeführte neue Wehrpflichtsystem. Mit einer Kombination aus Anreizen und Verpflichtungen, darunter obligatorische ärztliche Untersuchungen für alle jungen Männer, versucht die Bundeswehr, mehr Freiwillige zu gewinnen. Sollte dies nicht gelingen, könnte die 2011 ausgesetzte klassische Wehrpflicht wieder aufgenommen werden. Davon werde derzeit jedoch nichts erwartet, betonte Verteidigungsstaatssekretär Nils Hilmer bei der Vorstellung der Wehrpflichtstrategie. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, erklärte er.
"Reservestrategie"
Zusätzlich zur Militärstrategie präsentierte Verteidigungsminister Pistorius auch mehrere weitere grundlegende Dokumente: Das „Fähigkeitsprofil“ beschreibt, welche Fähigkeiten für die Streitkräfte notwendig sind – was sie für eine erfolgreiche Landesverteidigung, aber auch „für die Abschreckung und Verteidigung innerhalb des Bündnisses“, d. h. innerhalb der NATO, leisten können müssen – beispielsweise im Bereich der Luftverteidigung.
Die „Reservestrategie“ sieht vor, bis 2033 rund 200.000 Reservisten bereitzustellen – sie sollen, wie es hieß, eine Art „Bindeglied zwischen Militär und Zivilgesellschaft“ bilden. Ihre Aufgaben lägen vor allem im Bereich der nationalen Sicherheit sowie der Logistik. Die Details dieser beiden Dokumente sind streng geheim.
Kampf gegen die Bürokratie in der Bundeswehr
Die sogenannte „Entbürokratisierungs- und Modernisierungsagenda“ befasst sich mit der übermäßigen Bürokratie in der Bundeswehr. Soldaten müssen sich mit einer Vielzahl detaillierter Vorschriften und Dienstformen auseinandersetzen. Das kostet sie Zeit und Energie.
Das Verteidigungsministerium hat die Regelungen überprüft und beabsichtigt, die Situation mit nicht weniger als 153 Maßnahmen und 580 konkreten Umsetzungsschritten zu lösen. „Alle internen Regelungen erhalten ein festes Ablaufdatum“, kündigte Pistorius an. Sollten sie danach nicht mehr als zielführend erachtet werden, werden sie automatisch außer Kraft gesetzt. Die „digitale Geldbörse der Bundeswehr“ wird künftig alle wichtigen persönlichen Dokumente jedes Angehörigen der Bundeswehr enthalten.
Größere Flexibilität in der strategischen Planung
Alle vorgelegten Dokumente zur Bundeswehr haben folgenden Grundsatz gemeinsam: Sie setzen keine starren Ziele für eine bestimmte Anzahl von Jahren, sondern sind als „lebendige Dokumente“ gedacht, die je nach Entwicklung der strategischen Lage fortlaufend angepasst werden können.
Mit ihrer neuen Strategie will sich die Bundeswehr mehr Flexibilität als je zuvor – und gewissermaßen eine neue Mentalität – verordnen. „Wir wollen weg vom alten, starren Denken“, betonte Verteidigungsminister Pistorius.
Ulrich Toden, verteidigungspolitischer Sprecher der linken Parlamentsfraktion, beurteilte die Militärstrategie als „angesichts der realen Bedrohung durch Russlands aggressive Politik logisch und notwendig“. Er fügte jedoch hinzu, dass es für Deutschland nicht notwendig sei, „zu einer Großmacht zu werden“.