Großartig Christian Kirchen in Deutschland, Die überwiegend katholischen und protestantischen Kirchen verlieren Mitglieder. Heute gehören in Deutschland etwa 36,6 Millionen Menschen der katholischen oder protestantischen Kirche an. Das sind etwa 44 Prozent der Gesamtbevölkerung von 83,5 Millionen. schreibt die Deutsche Welle.
Deshalb werden katholische und protestantische Kirchen immer häufiger geschlossen, umgenutzt oder verkleinert. Aus diesem Grund liest man in den Medien Schlagzeilen wie: „Deutschland wird gottlos“ oder „Mehr Nichtreligiöse als Kirchenmitglieder“.
Aber stimmt das wirklich? Laut Daten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge aus dem Jahr 2020 sind nur Muslime In Deutschland sind es mehr als 5,3 Millionen. Laut einer Umfrage der Evangelischen Kirche aus dem Jahr 2024 gibt es in Deutschland 3,8 Millionen orthodoxe Christen.
Es gab schon immer Juden, aber heute gibt es auch Buddhisten mit 20 Tempeln, Bahai – sowie eine wachsende Zahl von Hindus. Für die meisten dieser Gruppen liegen nur Schätzungen, keine genauen statistischen Daten vor.
Hier ein Beispiel: Erlangen in Bayern
Erlangen im Süden Deutschlands hat etwa 119.000 Einwohner und ist ein Beispiel dafür, wie die religiöse Vielfalt in Deutschland im städtischen Raum sichtbar wird.
Selbstverständlich gibt es auch weiterhin traditionelle Kirchen: katholische und protestantische sowie die griechisch- und russisch-orthodoxen Gemeinden.
Vor etwas mehr als drei Jahren übernahm die koptisch-orthodoxe Kirche eine katholische Kirche. Diakon Ragai Edward Mata erklärt gegenüber der DW: „Früher lebten hier 18 Familien mit 50 bis 60 Mitgliedern, heute sind es etwa 60 Familien mit über 200 Personen.“ Die Zahl steigt weiter. Außerdem gehören rund 40 Studenten zur Gemeinde.
Die beiden großen Moscheen der Stadt planen eine Erweiterung. Eine davon ist die unabhängige „Moschee des Friedens“, die Gläubige aus verschiedenen muslimischen Kulturkreisen zusammenbringt und in deutscher Sprache predigt.
Die Vorbereitungen für den Bau einer neuen Synagoge laufen; Bayern hat dafür ein Grundstück in der Nähe der Universität zur Verfügung gestellt.
In einem Vorort hat der Verein „Hindu Tempel Franken“ ein Grundstück für einen Shiva-Vishnu-Tempel für Hindus erworben. Der Baubeginn ist spätestens 2027 geplant. Über 2.000 Studierende aus Indien studieren an der Universität – sie bilden die größte nichtdeutsche Gemeinschaft in Erlangen.
Immer mehr Hindu-Tempel
Der Bau hinduistischer Tempel in Deutschland wird immer üblicher. Allein in Frankfurt gibt es fast zehn kleinere Tempel. Weitere finden sich in Köln, Hamburg, München und Berlin. Sie repräsentieren unterschiedliche religiöse Traditionen und Identitäten – indische, tamilische oder afghanische.
Von 2014 bis 2024 hat sich die Zahl der Berliner Einwohner mit indischer Staatsbürgerschaft mehr als verzehnfacht – auf über 41.000.
Im Juni dieses Jahres wird in Berlin der größte Hindu-Tempel Deutschlands eröffnet. Vilvanathan Krishnamurthy, der von Anfang an in das Projekt involviert war, sagte gegenüber der DW: „Wir sind eine wachsende Gemeinde. Es besteht Bedarf an einem religiösen Zentrum, in dem sich junge Menschen treffen können.“ Eltern in Indien, so Krishnamurthy, seien beruhigter, wenn sie wüssten, dass ihre Kinder im Ausland einen solchen Ort haben.
In Erlangen sind viele der am Tempelprojekt Beteiligten Ingenieure oder Manager, beispielsweise bei Siemens. In Berlin hingegen sind sie überwiegend bei Amazon angestellt.
Moscheen werden gebaut und erweitert.
Laut DITIB (Türkisch-Islamische Union für Religiöse Angelegenheiten) gibt es in Deutschland 862 Moscheegemeinden, die der türkischen Direktion für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet) in Ankara angehören.
„Im vergangenen Jahr wurden die Moscheen in Ferde, Kornwestheim und Kengen fertiggestellt und eröffnet“, teilte die Pressestelle der Organisation mit. Zudem wurden in Gießen und Willich die Grundsteine für neue Moscheen gelegt. Einige Projekte stocken: Die geplante Krefelder Moschee, die einst als drittgrößte Deutschlands galt, ist seit Jahren eine unfertige Baustelle.
Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde, die ihren Ursprung in Pakistan hat und dort verfolgt wurde, eröffnet jedes Jahr mehrere neue Moscheen in Deutschland. Die letzte wurde im Februar in Erfurt eröffnet.
Gemeindesprecher Suleiman Malik berichtet, dass die Moschee in Nordhorn im Dezember 2025 eröffnet wurde, während die Bauarbeiten in Husum noch andauern. In Erfurt kam es während der Bauphase der Moschee zu Drohungen und Angriffen. Heute, so Malik, führt er fast täglich Besucher durch den Komplex – Schulklassen, aber auch ältere Menschen.
Synagogen und „Jüdische Akademie“
Auch in jüdischen Gemeinden gibt es neue Projekte. Mit den neuen Synagogen in Magdeburg (2023) und Potsdam (2024) verfügen nun alle deutschen Landeshauptstädte über jüdische Gebetsstätten. Weitere sind in Planung.
In Frankfurt wird außerdem die Jüdische Akademie gebaut, die im November 2026 eröffnet werden soll. Sie besteht aus einem alten, denkmalgeschützten Herrenhaus und einem modernen Neubau mit Bauhaus-Elementen.
„Die Akademie wird sicherlich für ganz Deutschland von Bedeutung sein“, erklärt ihr Co-Direktor Doron Kiesel gegenüber der DW. Sie sei ein Ort der interdisziplinären und interkulturellen Begegnung jüdischer und nichtjüdischer Teilnehmender. Die architektonische Verbindung von Alt und Neu, so Kiesel, drücke die Philosophie der Institution selbst aus: „Wir gründen unsere Identität auf jüdischen Erfahrungen, Traditionen und Glaubensvorstellungen, richten unseren Blick aber gleichzeitig auf zukünftige Entwicklungsprozesse, Herausforderungen und Möglichkeiten.“
Immer mehr orthodoxe Gemeinden
Obwohl große Kirchen schrumpfen, werden weiterhin neue gebaut. Die Zahl der orthodoxen Gemeinden in Deutschland wächst. Die „Kirche der Heiligen Peter und Paul“, die erste neu erbaute Kirche der antiochisch-orthodoxen Metropolie in Europa, wurde 2024 in Buchbach in Hessen eröffnet. Sie dient hauptsächlich Christen aus Syrien.
Viele orthodoxe Gemeinden – serbische, rumänische, russische oder griechische – nutzen verlassene Kirchen. Dies gilt auch für Serben, die seit mehreren Monaten in einer katholischen Kirche in Oberbach bei Bonn beten oder den ehemaligen Klosterkomplex in Himmelstir bei Hildesheim renovieren. Dasselbe gilt für syrische Christen, die in verschiedenen Teilen des Landes Gotteshäuser besetzen – sogar einige in Berlin.
Wer in Deutschland etwas Neues baut, lernt schnell die Tücken des Baurechts kennen. In Filshofen an der Donau, im Südosten Deutschlands, möchte die rumänisch-orthodoxe Kirche ein Gotteshaus errichten. Wie Pfarrer Marius Jidvejan der DW mitteilte, liegt der Bauantrag seit fast drei Jahren beim Landratsamt. Die Gemeinde, zu der rund 300 Familien gehören, wartet noch immer auf eine Antwort. Viele sind über die Verzögerung enttäuscht.
Kirchen außerhalb der großen Kirchen
Auch kleinere christliche Gemeinden errichten neue Gebäude. Vor zehn Jahren baute die Altkatholische Kirche in Augsburg die beeindruckende moderne Kirche St. Junia der Apostelin. Auch evangelische Freikirchen bauen neue Gebäude.
Sowohl die Allianz Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptistengemeinden) als auch die Allianz Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinschaften verweisen auf mehrere laufende Bauprojekte. Ein Beispiel: Im Berliner Bezirk Wedding wurde 2024 ein altes Backsteingebäude in eine moderne Kirche umgewandelt.
Die neuapostolischen Gemeinschaften sind weiterhin aktiv. Im Jahr 2025 bezog die neuapostolische Gemeinschaft ein schlichtes, aber eindrucksvolles Sakralgebäude im Zentrum von Bonn.
Echter Journalismus kostet Geld, und wir lassen uns nicht von Wirtschaftsmagnaten und Konzernen kaufen. Unterstützen Sie uns mit einer einmaligen oder monatlichen Spende. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt!