Innerhalb von weniger als einer Woche kamen zwölf Menschen bei zwei separaten Verkehrsunfällen in Großbritannien und Irland ums Leben. In beiden Fällen waren Fahrzeuge beteiligt, die auf der Autobahn in entgegengesetzter Richtung fuhren. Die Unfälle werfen ernsthafte Fragen zum anhaltenden Trend auf, extreme und gefährliche Fahrweisen zu filmen. das soziale Netzwerk, einschließlich TikTok.
Die irische und die britische Polizei untersuchen die Umstände der Unfälle, während die Behörden vor Inhalten warnen, die zum Fahren auf der anderen Straßenseite und anderen riskanten Praktiken anstiften.
Fünf Teenager starben in Irland
Die erste Tragödie ereignete sich am 16. August in der Grafschaft Kildare, Irland, als ein BMW auf der Autobahn M9 auf der Gegenfahrbahn fuhr und mit einem anderen Auto zusammenstieß. Fünf Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren starben bei dem Unfall. In dem anderen Fahrzeug befand sich eine Familie auf dem Weg zum Flughafen Dublin.
Vier Insassen des Wagens wurden verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert, zwei Frauen schweben in Lebensgefahr. Der Unfall hat großes Aufsehen erregt, da die irische Polizei vor einem Trend warnt, bei dem einige Autofahrer absichtlich auf die Gegenfahrbahn der Autobahn wechseln, um die Aufnahmen in den sozialen Medien zu veröffentlichen.
Der irische Polizeichef Justin Kelly sagte, dass in einigen Fällen Fahrzeuge auf der falschen Seite der Autobahn gefahren würden, weil sie in den sozialen Medien „Likes“ erhalten hätten.
Sieben Tote in England
Nur wenige Tage später, in den frühen Morgenstunden des 22. August, ereignete sich eine weitere Tragödie auf der A66 in der Nähe von Middlesbrough in Nordengland.
Bei einem Zusammenstoß zwischen einem entgegenkommenden Pkw und einem Polizeifahrzeug starben sieben Menschen – fünf junge Männer aus dem Pkw und zwei Polizisten. Die getöteten Polizisten Matthew Blades und Tom Clough befanden sich in dem ordnungsgemäß fahrenden Einsatzfahrzeug. Im anderen Pkw saßen fünf Männer im Alter von 17 bis 23 Jahren.
Den bisherigen Informationen zufolge hatte die Polizei das Fahrzeug zuvor aufgrund mehrerer Vorfälle im Zusammenhang mit dem Fahrzeug verfolgt. Die Verfolgungsjagd dauerte etwa sieben Minuten, danach fuhr das Auto auf der Gegenfahrbahn der A66.
Insgesamt wurden im Zusammenhang mit dem Fall 12 Personen festgenommen, die Ermittlungen dauern an.
Soziale Netzwerke stehen unter Druck der Behörden
Zwei Tragödien innerhalb kurzer Zeit haben TikTok und andere soziale Netzwerke unter starken Druck der britischen und irischen Behörden gesetzt.
Die britische Regierung hat die Betreiber sozialer Medien aufgefordert, Inhalte zu entfernen, die gefährliches Fahren verherrlichen, darunter auch Aufnahmen von Autos, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite fahren.
Der britische Verteidigungsminister Luke Pollard sagte, wenn die Plattformen solche Inhalte nicht selbst entfernen, würden die Behörden die Befugnisse des Internet Security Act nutzen, um sie dazu zu zwingen.
Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass Videos von Fahrern, die mit hoher Geschwindigkeit zwischen anderen Autos hindurchfahren, auf der gegenüberliegenden Straßenseite fahren oder absichtlich Polizeistreifen provozieren, in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.
Solche Videos können eine große Anzahl von Aufrufen, Kommentaren und Followern generieren und einige Nutzer dadurch zusätzlich dazu ermutigen, die Grenzen gefährlichen Verhaltens auszuloten.
TikTok behauptet, gefährliche Inhalte zu entfernen
TikTok erklärte, dass seine Regeln Inhalte verbieten, die ernsthaften körperlichen Schaden verursachen können, einschließlich gefährlichen Fahrens, und dass das Unternehmen Videos und Konten entfernt, die gegen die Regeln verstoßen.
Die britische Regulierungsbehörde Ofcom untersucht jedoch bereits, inwieweit TikTok seinen Verpflichtungen zum Schutz von Kindern vor schädlichen Inhalten nachkommt. Die Behörde wies insbesondere auf die Verpflichtung der Plattform hin, Kinder vor Inhalten zu schützen, die zu gefährlichen Herausforderungen anstiften.
Die irische Regulierungsbehörde verlangt von TikTok außerdem Antworten darüber, wie Videos von gefährlichem Fahrverhalten auf die Plattform gelangten und wie damit umgegangen wurde.
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